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Osteopathie bei Kindern

Malte Wagner
MSc. Ost.
Mörikestrasse 3
70178 Stuttgart
Terminvereinbarung telefonisch:
0711/1289 8867
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Kinderosteopathie ist eine Spezialisierung in der Osteopathie. Um sicher untersuchen und behandeln zu können, bedarf es genauer Kenntnis der verschiedenen emotionalen, neurologischen und sensorischen Entwicklungsstufen und fundierte Kenntnisse der speziellen kindlichen Pathologien.

Ein in der Kinderosteopathie erfahrener Therapeut erkennt auch Störungen in der fetalen Entwicklung und im Schwangerschaftsverlauf und kann sie angemessen behandeln. Nach der Geburt lassen sich auch Schwierigkeiten bei der Umstellung der Körperfunktionen, wie selbstständiges Atmen oder Nahrungsaufnahme, gut osteopathisch behandeln.

Ein pädiatrisch arbeitender Osteopath verbindet diese Kenntnisse mit seinen palpatorischen (tastenden) Fähigkeiten und wendet sehr sanfte Techniken an, um dem Kind zu einer besseren Entwicklung zu verhelfen.

Da uns Babys nicht durch Sprache vermitteln können, wo sie ihre Probleme haben, ist eine genaue

Untersuchung des gesamten Körpers erforderlich, um den Zustand des Babys zu beurteilen.

Babys, die viel schreien, obwohl ihre Grundbedürfnisse wie Zuneigung, Schlaf, Essen und die richtige Raum- und Schlaftemperatur erfüllt sind, sind aus Sicht der osteopathischen Medizin behandlungsbedürftige Kinder. Viele Beeinträchtigungen lassen sich bereits mit wenigen osteopathischen Behandlungen korrigieren.

Häufige Indikationen für eine osteopathische Behandlung bei Babys sind:

  • Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADS)
  • Lernschwierigkeiten
  • Verdauungsbeschwerden (Koliken)
  • Schädel-Asymmetrien,
  • Kieferfehlstellungen
  • Allergien
  • Geburtstraumata (Zangen- oder Saugglockengeburt)

KISS: Symmetrie- und und andere funktionale Störungen bei Kleinkindern

Das KISS-Syndrom bezeichnet eine Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung. Es keine Krankheit, sondern eine motorische Steuerungsstörung. Sie verliert sich meistens, aber leider nicht immer im Lauf der Entwicklung. Man erkennt KISS an diesen Merkmalen:

  • Seitlich geneigter Kopf
  • Verkrümmung der Wirbelsäule
  • Gesichtsasymmetrie
  • Auffällige Seitenungleichheit bei der Bewegung der Arme und Beine

Ursache für derartige Symmetrieprobleme kann eine ungünstige Position im Mutterleib oder Einflüsse während der Geburt sein, die zu funktionalen Störungen führen. Beobachten Sie daher, ob die Nackenbeweglichkeit Ihres Kindes beeinträchtigt ist. Wenn Sie Ihr Baby auf den Rücken legen und bemerken, dass der Kopf in der ersten Phase nach der Geburt häufiger bevorzugt auf der linken oder der rechten Seite liegt, dann hat Ihr Kind wahrscheinlich eine Beweglichkeitseinschränkung der Kopfgelenke.

Wenn der Kopf des Kleinkindes vorwiegend auf derselben Seite liegt, kann es mit der Zeit zu einer Schädelverformung kommen: dem Schiefkopf (Plagiozephalie). Falls diese Deformation erhalten bleibt, ist Ihr Kind ästhetisch erheblich beeinträchtigt.

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Abb 2: Abflachung rechter Hinterkopf, Verlagerung vom rechten Ohr nach vorn

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Abb 1: Seitneigung des Oberkörpers nach links mit Rotation des Kopfs nach rechts

Weitere Problem weisende Beobachtungen

Auf diese Phänomene sollten Sie bei Ihrem Baby achtgeben:

  • Schieflage des Kopfes zu einer Seite oder nach hinten
  • Kopfhalteschwäche oder ausgeprägte Kopfrückbeuge in die Überstreckung
  • Seitenungleichheit bei Bewegungen von Armen und Beinen
  • Einseitige Neigung des Oberkörpers
  • Stillprobleme, bevorzugt an einer Brustseite
  • Reifungsprobleme an den Hüften, Fehlstellungen und Fehlhaltungen der Füße (z. B. Sichelfüße)
  • „Haare-Raufen“: hohe Berührungsempfindlichkeit des Nackens
  • „Head banging“, Schlagen oder Pressen des Kopfes gegen Wand oder Bettumrandung
  • Schädelasymmetrie mit Abflachung des Hinterkopfs und asymmetrische Gesichtszüge
  • Verlängerte oder ausgeprägte Dreimonats-Koliken, intensive Schreiphasen

Folgen im Kindesalter

Ein nicht behandeltes KISS-Syndrom kann die motorische und sensorische Entwicklung Ihres Kindes nachhaltig beeinträchtigen. Folgende Probleme können im Zuge eines unbehandelten KISS-Syndroms entstehen:

  • Kopfschmerzen
  • Beeinträchtigungen bei der Sprach- und Sprechentwicklung
  • Wahrnehmungseinschränkungen
  • Lernprobleme
  • Rechenschwäche (Dyskalkulie)
  • Konzentrationsstörungen
  • Probleme der Feinmotorik
  • Motorische Unruhe und Hyperaktivität

Was ist zu tun?

Das Geburtstrauma ist untrennbar mit der Menschwerdung verbunden. Viele Verschiebungen und Blockaden, die beim Durchtritt durch den Geburtskanal entstehen, können natürlich kompensiert werden, viele gleichen sich mit den Jahren aus. Allerdings zeigen Studien, dass Säuglinge in 10-30 % der Fälle die Störung nicht selbst regulieren können.

Hier kann die Osteopathie mit sanften Impuls- und Weichteiltechniken eine Haltungsnormalisierung erreichen. Wir Osteopathen empfehlen daher, alle Säuglinge einer osteopathische Untersuchung und gegebenenfalls auch eine Behandlung erhalten sollten, um Langzeitschäden zu verhindern.

Diese Untersuchung sollte in der dritten oder vierten Lebenswoche stattfinden.

Folgen im Erwachsenenalter

Verfestigen sich diese Probleme, hat Ihr Kind auch später darunter zu leiden. Als mögliche Langzeitfolgen gelten:

  • Häufige Kopfschmerzen
  • Bleibende Asymmetrie des Schädels und der Wirbelsäule, „Gesichtsskoliose“
  • Rückenschmerzen
  • Ohrgeräusche, Tinnitus
  • Schwindel
  • ADS, ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit- und Hyperaktivitätssyndrom)
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Abb 3: Abgeflachter Hinterkopf, evtl. kahle Stelle am Hinterkopf

Was ist mit der Mutter?

Die Mutter sollte ca. 6-8 Wochen nach der Entbindung auf Funktionsstörungen der Lendenwirbelsäule, des Beckens und des Beckenbodens untersucht und behandelt werden.

Grafiken: Daniela Wolfer

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