Header4-799-121

Malte Wagner
MSc. Ost.
Mörikestrasse 3
70178 Stuttgart
Terminvereinbarung telefonisch:
0711/1289 8867
eMail

Krankheitsbilder in Osteopathie und Physiotherapie

Folgende Krankheitsbilder wurden in unser Praxis mit Erfolg osteopathisch behandelt.

Kopfschmerzen

Kopfschmerz (Cephalgie, Zephalgie wird durch eine Reizung der empfindlichen Kopforgane ausgelöst: Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße, Nerven reagieren sehr empfindlich. Kopfschmerzen gehören neben Rückenschmerzen zu den am häufigsten vorkommenden Schmerzsyndromen. Circa 4 % der Deutschen bekommen diese Schmerzen täglich und bis bis zu 70 % leiden unter chronischen oder anfallsweise auftretenden Kopfschmerzen.

Man unterscheidet primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Bei den primären Kopfschmerzen ist der Schmerz an sich die „Erkrankung“. Häufig ist die Ursache hierfür nicht bekannt und kann auch unmittelbar nicht beseitigt werden. Zu den primären Kopfschmerzen gehören unter anderem der Spannungskopfschmerz, Migräne und der Clusterkopfschmerz.

Sekundär ist ein Kopfschmerz, wenn er als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auftritt. Diese Art von Kopfschmerzen ist wesentlich seltener, man sollte sie aber gut beobachten und wenn möglich die Ursache beseitigen. Mögliche Ursachen für sekundäre Kopfschmerzen sind:

  • Traumata (etwa nach Unfällen)
  • Craniomandibuläre Dysfunktion
  • Subarachnoidalblutungen bei Schlaganfällen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum (Kater)
  • Medikamentenassoziierter Kopfschmerz
  • Tumore
  • Meningitis
  • Hitzeerkrankungen (Sonnenstich etc.)

Insgesamt unterscheidet die Medizin etwa 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen.

Clusterkopfschmerz

Der Clusterkopfschmerz (Cluster = engl. Anhäufung) oder auch Bing-Horton Neuralgie genannt, gehört zu den primären Kopfschmerzerkrankungen. Er äußert sich durch streng einseitig auftretende, extrem starke Kopfschmerzen im Bereich von Schläfe und Auge. Der Clusterkopfschmerz tritt meist stark periodisch gehäuft auf, worauf beschwerdefreie Monate oder sogar Jahre folgen können.

Die heftigen Schmerzattacken dauern in der Regel zwischen 15 Minuten und drei Stunden und treten vornehmlich in Ruhe auf, auch im Schlaf. Der Clusterkopfschmerz hat eine ausgeprägte Tagesrhythmik. Am häufigsten kommt es in den frühen Morgenstunden, nach der Mittagszeit oder rund zwei Stunden nach dem Einschlafen zu den Schmerzattacken. Bei ca. 78 % der Betroffenen tritt der Schmerz immer auf derselben Seite auf.

Die Häufigkeit der Attacken kann zwischen einer Attacke jeden zweiten Tag bis hin zu 8 Attacken täglich betragen.

Die Schmerzen werden als bohrend, reißend, zuweilen auch als brennend beschrieben. Typischerweise treten sie hinter einem Auge auf, es gibt aber auch Fälle, in denen es zu unerträglichen Schmerzen im Bereich des Hinterkopfs kommt.

Anders als Menschen mit Migräne, die während des Schmerzanfalls Ruhe benötigen, haben Cluster-Patienten einen vermehrten Bewegungsdrang: sie wandern umher oder schaukeln den Oberkörper vor und zurück.

Folgende Begleitsymptome können beim Cluster-Kopfschmerz mit auftreten:

  • Gerötete Bindehaut des Auges
  • Tränendes Auge
  • Lidschwellung
  • Verengte Pupille
  • Hängendes Augenlid (Ptosis)
  • Laufende oder verstopfte Nase
  • Schwitzen im Bereich der Stirn oder im ganzen Gesicht

Ca. 0,2-0,3 % der deutschen Bevölkerung leiden unter Clusterkopfschmerzen. Männer scheinen etwas häufiger betroffen zu sein als Frauen, es gibt allerdings keine deutliche Geschlechtsbevorzugung.

Meist beginnen die Schmerzen zwischen dem 28. bis 30. Lebensjahr und dauert dann meist über Jahre hinweg an.

Die Ursachen für den Cluster-Kopfschmerz sind noch weitgehend ungeklärt. Früher wurde vermutet, eine Venenentzündung könnte eine mögliche Ursache sein. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass die Entzündung eher eine Folge ist.

Durch bislang unbekannte Einflüsse werden schmerzleitende Bahnen in der Region des Nervus Trigeminus (fünfter Hirnnerv) stimuliert, was eine Kaskade von Veränderungen im Hirnstoffwechsel auslöst. Aktuell wird vermutet, dass der „Motor“ des Clusterkopfschmerzes im Hypothalamus liegt.

Kopf-280
Kopf-278

Clusterkopfschmerz ist durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar. Durch eine geeignete vorbeugende Behandlung kann meist jedoch die Schmerzintensität deutlich verringert werden. Die medikamentöse Versorgung sollte auf jeden Fall mit einem Arzt besprochen werden.

Migräne

Die Migräne ist ein halbseitig auftretender Kopfschmerz, der oftmals mit zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergeht.

Ca. 10 % der deutschen Bevölkerung leiden unter Migräne, wobei Frauen rund dreimal so häufig davon betroffen sind wie Männer. In manchen Fällen geht dem akuten Migräneanfall eine Aura voraus: in dieser Phase treten vor allem optische und sensorische Wahrnehmungsstörungen oder motorische Störungen auf.

Während des Migräneanfalls können verschiedene Stadien mit typischen Symptomen durchlaufen werden. Oft kündigt sich der Anfall durch Vorboten an (Prodromalphase). In dieser Phase berichten die Patienten häufig über Unwohlsein sowie allgemeine Mattigkeit.

Nach der Prodromalphase folgt die Auraphase, in der es zu visuellen Störungen wie Zickzack-Mustern, verschwommenem Sehen oder sogar zu einem - meist einseitigen - Verlust der visuellen Wahrnehmung kommen kann. Geschildert wird zuweilen auch ein Verlust des Berührungsempfindens oder Kribbelempfindungen in Armen, Beinen oder Gesicht. In manchen Fällen geht die Auraphase sogar mit Verlust des Geruchssinns, Sprachstörungen, Gleichgewichtsstörungen oder anderen neurologischen Ausfällen einher.

In der Kopfschmerzphase berichten ca. 70 % der Patienten über halbseitige Kopfschmerzen vor allem im Bereich Augen, Stirn und Schläfen. Der Schmerz ist meist pulsierend, nimmt bei körperlicher Anstrengung zu und verringert sich bei Ruhe und Dunkelheit. In dieser Phase kommen zu den Kopfschmerzen oft auch noch Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit hinzu. Die Dauer der Kopfschmerzphase kann zwischen 60 Minuten bis hin zu 3 Tagen sehr stark variieren.

Während der Rückbildungsphase (Dauer bis zu 24 Stunden) nehmen sowohl der Kopfschmerz als auch die Begleitsymptome bis zur vollständigen Rückbildung ab. Der Patient ist in dieser Phase meist müde und angespannt.

Zu den häufigsten auslösenden Faktoren der Migräne zählen Stress, ein unregelmäßiger Biorhythmus (mit zu viel oder zu wenig Schlaf) sowie Umweltfaktoren. Bei Frauen kommen noch hormonelle Schwankungen während der Menstruation dazu.

Migräne ist eine Erkrankung, die auf Basis der Beschwerden diagnostiziert wird. Hierbei ist eine ausführliche Anamnese (Erhebung der Krankheitsgeschichte) erforderlich. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn der Patient ein Kopfschmerztagebuch führt, in dem er dokumentiert, was er vor dem akuten Migräneanfall getan, gegessen oder getrunken hat. Der Grad der Beeinträchtigung wird durch den sog. Migraine Disability Assessment Score MIDAS dokumentiert.

Unumgänglich ist eine allgemeine körperliche Untersuchung zum Ausschluss anderer Erkrankungen - sie spielt bei der Diagnosefindung und bei der Auswahl der richtigen Therapie eine wichtige Rolle.

Leider ist Migräne derzeit nicht durch medizinische Maßnahmen heilbar. Allerdings kann man sowohl die Intensität als auch die Anfallhäufigkeit durch geeignete Maßnahmen wie Medikamente, Osteopathie oder Autogenes Training reduzieren.

Hoffnung auf neue Therapieoption

Neuromodulation heißt ein neues Behandlungskonzept, das derzeit speziell für jene Patienten mit Migräne oder Cluster-Kopfschmerz entwickelt, wird, die nicht ausreichend auf Medikamente ansprechen. Dabei werden bestimmte Nerven durch elektrische Impulse von außen stimuliert. Rund 70 % der Patienten reagieren darauf mit weniger und schwächeren Schmerzphasen, wie eine im Juni 2013 veröffentlichte Studie  in der amerikanischen Fachzeitschrift „Cephalgia“ zeigen konnte.

Auch in Deutschland läuft derzeit eine klinische Studie, um die optimale Stromstärke und die möglichen Nebenwirkungen dieser vielversprechenden und noch nicht zugelassenen Behandlungsmethode zu ermitteln.

Neben der invasiven und riskanten Methode, bei der Elektroden operativ implantiert werden, wird auch mit nichtinvasiven Verfahren experimentiert, bei denen Stromimpulse durch äußerlich aufgeklebte Elektroden vom Patienten selbst ausgelöst werden können. Ein vergleichbares Verfahren zur Behandlung schwerer Depressionen ist bereits etabliert.

Die Experten der der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) rechnen erst Mitte 2014 mit verwertbaren Ergebnissen.

sm1

Direkt zur Homepage Google Plus 

twitter2

 

Footer-800